Klettern in der Türkei

19.03.2012 - 26.03.2012

Merhaba – Kebab, Efes, Fels und Meer

 

Die HighliveAdventure Group hat auch 2012 wieder einen Wochentrip in ein besonderes Klettergebiet organisiert. Unser Ziel sollte dieses Jahr Antalya mit seinem sinterreichen Klettergebiet Geyikbayiri, gelegen an den Ausläufern des Taurusgebirges, sein.Der Teilnehmerrekord vom Vorjahr wurde zwar nicht gebrochen, aber dafür der Kletterurlaub auf eine neue Verpflegungsebene gehoben.

Der Plan:

Antalya ist eine beliebte Touristen-Destination, die  von vielen Fluggesellschaften angeflogen wird und auch Hotels in jeder Qualität und Preisklasse bietet. Da in der idealen Kletterzeit im Frühling die Hotels nahezu leer stehen, versuchen diese die Touristen mit günstigen Angeboten zu ködern. Eine interessante Alternative also zu Zelt und Selberkochen: wir buchen einen billigen Pauschalurlaub – all inclusive! – und dazu ein günstiges Mietauto. Mit vollgeschlagenem Bauch vom Frühstücksbuffet lässt sich dann die Fahrt zum Klettergebiet durchhalten.

Die Durchführung:

Nun ist es nicht so schwer solche Angebote für zwei oder vier Personen zu finden und buchen. Bei 15 Reiseteilnehmern schaut das dann aber ganz anders aus, und ich finde dass hier ein großes Kompliment an unsere Tourenführer Platz haben sollte: Denn letztendlich saßen alle 15 von uns im Flieger in die Türkei – jawohl, wirklich alle ;-) Die Anreise mit dem Auto von Mitteleuropa aus wäre zwar sicher abenteuerlich gewesen, für eine Woche Kletterurlaub dann aber doch zu langwierig.

Nach also rund drei Stunden Flugzeit nahmen wir am Flughafen in Antalya unsere Autos entgegen und fuhren erstmals ins Hotel wo wir gleich das Mittagsbuffet unseres All Inclusive Arrangements testen konnten. So gestärkt konnte uns natürlich nichts mehr davon abhalten schnellstmöglich mit Fels in Berührung zu kommen. Im Konvoi ging es zuerst am Meer entlang und dann auf die schneebedeckten Berge zu. Ein Wahnsinnspanorama, das unsere Herzen schneller schlagen ließ!

Nach rund 20 Minuten Fahrt erreichten wir dann das Hauptklettergebiet der Region, Geyikbayiri, und wurden nicht enttäuscht: zahlreiche Sektoren mit perfektem Fels, angenehme Temperaturen und Sintersäulen soweit das Auge reicht!

Erst in der Dämmerung gings zurück zum Hotel. Eine ausgiebige Dusche oder als Alternative Hamam und Sauna verkürzten die Wartezeit bis der erste Ansturm ans Abendbuffet vorbei war. Angenehmer Nebeneffekt: Wir wurden so (befreit vom Kalkstaub) beim Abendessen nicht mehr mit den Bauarbeitern verwechselt, die tagsüber fleißig das Hotel für die Sommersaison renovierten.

Nach dem ausgiebigen Abendessen (ich bin der Meinung dass die Zusatzrunden ums Buffet nach dem zweiten Gang unter Konditions- und Ausdauertraining fallen) haben wir es uns dann allabendlich in der Hotelhalle bei Biers und Rakis gemütlich gemacht. Für den trainierten Magen gabs dann um Mitternacht vorm Schlafengehen noch einen Snack in unserem AI-Paket.

Gestartet wurde der neue Tag dann wieder am Buffet – am reich gedeckten Frühstücksbuffet, das kaum Wünsche offen ließ (nur Bier gabs da noch nicht). Die Tage vergingen wie im Nu und der Ablauf ging uns rasch in Fleisch und Blut über: Frühstück – ab in die Autos – Zwischenstopp im Supermarkt um die Tagesverpflegung an Biers sicherzustellen – isolieren der Biers (Dank der angenehmen Temperaturen konnten wir unsere Daunenjacken dafür verwenden) – weiter ins Klettergebiet – kraxeln, Biers & Fun bis es dunkel wurde und dann ab ins Hotel zum AI Futter und noch mehr Biers fassen.

Der Ablauf wurde nur kurz für einen Ruhetag, den wir für einen Ausflug in die Stadt nutzten, unterbrochen. Eine weitere Unregelmäßigkeit ergab sich aus einem Abstecher ans Meer, wo wir ein kleines aber feines Boulder- und Klettergebiet direkt am Strand zu finden hofften. Leider lag aber zwischen der Entstehung der Wegbeschreibung im Kletterführer und dem Tag unseres Ausflugs der Ausbau der Küstenstraßen. Die einst kleine und kurvenreiche Straße, so wie sie auch diejenigen von uns in Erinnerung hatten, die schon einmal vor etlichen Jahren hier waren, war inzwischen einer mehrspurigen und mit Tunneln begradigten Autobahn gewichen. Als wir es dann doch noch fast schafften mit fragwürdigen Manövern auf den alten, kleinen Straßenabschnitt zu gelangen, der uns in unsere Bucht geführt hätte, wurden wir von den Straßenarbeitern, die dort mit Sprengarbeiten beschäftigt waren, angehalten und aus Sicherheitsgründen schickten sie uns wieder zurück.

Für uns trotz kurzer Enttäuschung kein Grund zum traurig sein – dann gab es halt an diesem Tag mehr Biers und weniger Kraxln, aber das würden wir in den verbleibenden Tagen sicher wieder aufholen. Und so ging die Woche Ihrem Ende zu, viele zu schnell wie viele von uns meinten. Den letzten Abend ließen wir dann noch am Lagerfeuer im JoSiTo Camp ausklingen. Die Abendstimmung quasi direkt am Fuß der Kletterwände hat uns alle bezaubert und es ist wohl nicht unwahrscheinlich dass der eine oder andere von uns hier einen künftigen Kletterurlaub verbringen wird.

Kommentare

waldi 09.05.2012 12:32 Uhr

super bericht kathi!

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