Nachdem die Lawinensituation aufgrund der ergiebigen Schneefälle im Laufe der Woche bei uns ziemlich angespannt war, kommt es uns gerade recht, dass unsere erste Skitour im heurigen Jahr in Südtirol geplant ist. Zudem ist die Wettervorhersage für Samstag im Süden deutlich einladender als hierzulande.
Wir treffen uns also um 7 Uhr morgens in Telfs und machen uns auf den Weg ins Ratschingstal. Kurz nach der Ausfahrt Sterzing macht sich beim Anblick der mageren Schneesituation ein etwas verzweifelter Gesichtsausdruck bemerkbar, doch desto weiter wir in das Tal vordringen, desto schneller breitet sich ein erfreutes Grinsen aus. Am Talende beim Weiler Flading staunt schließlich jeder, wie die Hausdächer die vorhandenen Schneelasten überhaupt noch halten können. Wir sind nicht die einzigen, die die glorreiche Idee hatten, dem schlechten Wetter im Norden zu entfliehen und so ziehen wir in Karawanen los in Richtung Kreuzspitze. Kurz nach der Klammalm erreichen wir die Abzweigung zur Kleinen Kreuzspitze und nach einer Besprechung teilen wir uns in zwei Gruppen mit unterschiedlichen Zielen auf.
Kathi, Klaus, Martin, Matthias und Lucia begeben sich auf den Weg zur Hohen Kreuzspitze, Simon, Manu, Dalton und Daniel entscheiden sich für die Kleine Kreuzspitze. Die erste Gruppe überquert die kleine Staumauer und nimmt die sog. Schlüsselstelle der Tour in Angriff. Mit Entlastungsabständen bewältigen wir diesen steilen Aufschwung und der gerade in diesem Moment einfallende Sonnenschein bringt uns hier schon ganz schön ins Schwitzen. Über tiefverschneites kupiertes Gelände nähern wir uns allmählich dem letzten Steilhang vor dem Gipfel. Der Wechsel aus Sonnenschein, Nebel und leichtem Schneetreiben beschert uns einige wundervolle Stimmungen, die eigentlich weitaus beeindruckender waren als der windige Gipfelausblick geteilt mit viiielen anderen Tourengehern. Vor der Abfahrt schaufeln wir gemeinsam ein Schneeprofil aus und Klaus analysiert Schicht für Schicht der 2 m hohen Schneedecke, auch der Kompressionstest einer 30×30 cm Schneesäule ist sehr aufschlussreich. Also laut Schneeprofil ist unser Hang sicher und während wir so geschaufelt haben, war dann auch die ganze Abfahrt schön verspurt :-). Aber egal, es war auch einmal sehr interessant einen 2 m hohen Schneedeckenaufbau studiert zu haben und Klaus hatte die notwendigen Daten für seine Ausbildung. Ein paar Schwünge gingen sich trotzdem noch in unverspurtem Gelände aus.
Als hätten wir eine Uhrzeit vereinbart, erreichen wir zeitgleich mit der zweiten Gruppe wieder unseren Ausgangspunkt und auf dem Heimweg stoßen wir noch gemeinsam im Hotel Larchhof auf eine gelungene Tour an.